Ihr Lieben,

Bereits in meinem Post … habe ich ein wenig über meinen bisherigen Lebenslauf, Studium und Beruf berichtet. In meinem heutigen Post geht es mehr darum, wie kann ich mein Studium selbst finanzieren? Nicht jeder hat reiche Eltern, bzw. Eltern die einem mit einigen hundert Euro im Monat unterstützen können, da einfach die finanziellen Mittel nicht da sind. Ein Studium selbst zu finanzieren, so wie ich das gemacht habe, ist kein Spaziergang, es steckt viel harte Arbeit dahinter, Schweiß und ganz vielen Tränen – aber auch Freude, als ich mein Diplom Zeugnis in den Händen halten durfte.

 

tipps zum studium

 

Worin liegen meine Interessen? Kann ich nach diesem Studium Geld verdienen?

Man sollte auf jeden Fall einen Beruf oder ein Studienfach wählen, welches einem interessiert, aber ihr solltet euch auch genau darüber erkundigen, ob ihr mit euerer Studienwahl auch irgendwann einmal Geld verdienen könnt. In meinem Bekanntenkreis habe ich es bei einigen mitbekommen, die einfach ungünstigste Fächerkombinationen studiert haben und es nach dem Studium sehr schwer hatten, einen geeigneten Job zu finden. Wenn ihr ein Geisteswissenschaftliches Studium anstrebt, solltet ihr euch schon zu Beginn darüber im klaren sein, was ihr später damit arbeiten wollt, bzw. ob es überhaupt Stellen gibt.

Wie aufwändig ist ein Studium?

Wenn ich zurückblicke, war das Abitur im gegesatz zum Studium ein wahrer Spaziergang. Architektur ist ein sehr anspruchsvolles Studium, dem man seine komplette Freizeit widmen muss, Nächte durchzeichnet und unzählige Modelle baut. Zu dem ist dieses Studium unheimlich teuer, da man alle Matrialien selbst bezahlen muss, pro Semester gehen mal so 300 Euro für Abgaben und Materialien drauf. Der Studienbeitrag on top, da könnt ihr euch ausrechnen, was der ganze Spaß so kostet. Wer sein komplettes Leben der Architektur widmen möchte, dafür innerlich brennt und es wirklich will, dem kann ich raten, Architektur zu studieren, ansonsten rate ich dringend von ab.

Bafög oder Studienkredit?

Ab einem bestimmten Einkommen der Eltern, kann man Bafög beantragen, ich habe  2003 angefangen zu studieren, seit dem hat sich natürlich einiges geändert. Mein Bruder hatte den höchsten Satz Bafög bekommen und ich als 2. Kind nur ganz wenig, was damals total bescheuert und nicht nachvollziehbar war. Bei 300 Euro Bafög und einer Miete im Studentenwohnheim von 210 Euro bin ich damals nicht weit genommen, zu dem man nur 350 Euro dazu verdienen durfte. Ich entschied mich als Stütze für einen Studienkredit von der KFW. Die KFW bietet zwei verschiedene Studienkredite an, einmal den Bildungskredit und einmal den Studienkredit. Wenn ihr die Möglichkeit habt, Bafög zu bekommen und ihr damit monatlich über die Runden kommt, rate ich euch dazu es zu nehmen, da ihr nur die Hälfte vom Darlehen zurück zahlen musst. Beim Studienkredit und Bildungskredit zahlt ihr Jahrelang noch nach eurem Studium ab (so wie ich!). Dennoch bevor ihr euch bei einer Privatbank für euer Studium verschuldet, um es einmal ganz klar und hart auszudrücken, schaut euch die Konditionen bei der KFW an, die sind in Bezug auf Rückzahlung und Zinsen fair, im gegensatz zu manchen Privatbanken.

Ich hatte mein Studium noch nicht mal beendet, da kam der Brief von der Bank, mit dem vereinbarten Rückzahlungsplan, ohne Job in der Tasche sollte ich schon die Schulden aus dem Studium zurückzahlen. Gott sei Dank, hatte ich zwei Monate nach meinem Abschluss einen festen Job, sodass dies kein Problem für mich darstellte.

Wie kann ich mein Studium finanzieren?

Als ich mit dem Studium fertig war, konnte ich alles! Von Kellner, bis verkaufen, flyern – einfach alles. Am Anfang des Studiums habe ich im Kino gearbeitet, ca. 3 mal in der Woche, es brachte nicht so viel Geld, aber es war besser als nichts. Wenn ihr einen Nebenjob macht, wird oft von euch abverlangt spontan einzuspringen, was sich manchmal aufgrund euerer Haupttätigkeit STUDIUM nicht vereinbaren lässt. Bei einer Modekette wurde ich regelrecht terrorisiert, die mich immer ganz spontan anriefen, ob ich jetzt nicht sofort zur Arbeit kommen könnte (klar, ich sitze den ganzen Tag zu Hause auf dem Sofa und drehe Däumchen). Den größten Teil meines Studiums habe ich im Einzelhandel gearbeitt, am liebsten bei H&M! Nicht nur wegen der Klamotten, sondern weil H&M ein Top Arbeitgeber ist, der sich immer auf meinen komplexen Stundenplan eingelassen hat und einfach sehr gut bezahlt hat. Ein ganzes Jahr habe ich mich übrigens mit Messe – und Promotionjobs über Wasser gehalten, damit kann man schnell viel Geld verdienen, auch wenn es echt harte Jobs sind, wie zum Beispiel 14 Tage auf der IAA in Frankfurt auf Pumps und im Mini Rock. Solche Jobs findet ihr übrigens auf www.promotionbasis.de. Dort erstellt ihr eine SEDCARD und könnt euch auf diverse Jobs im Promotion- und Hostessenbereich bewerben. Hierzu solltet ihr über einen Gewerbeschein verfügen, den ihr bei eurer zuständigen Gemeinde bekommt.

 

Ich habe euch ein paar Fotos aus meiner Studienzeit herausgesucht, ich werde ganz sentimental, wenn ich sie anschaue, es ist einfach sooooo lange her und es war einfach eine unglaubliche schöne Zeit. Ich vermisse sie unendlich!

 

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Entwerfen während Zugfahrten

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Mitternachtssnack in der Modellbauwerkstatt

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In der FH eingerichtet inklusive Wasserkocher

thumb_DSC06293_1024Meine Diplomarbeit