In diesem Post geht es weiter, den vorherigen Post zum unerfüllten Kinderwunsch, kann man hier nachlesen.

Es war Mitte Dezember 2019 als ich relativ schnell einen Termin in der Kinderwunschklinik bekam, es war schon komisch und auch befremdlich. Im Wartezimmer nahm ich platz und war sehr aufgeregt, als die Ärztin mich zu sich rief. Ich erklärte ihr alles, sie machte einen Ultraschall und nahm Blut ab. Große sorgen machte ich mir nicht, ich war positiv und froh, diesen Schritt gegangen zu sein. Ich war felsenfest davon überzeugt, das man mir helfen kann und ich bestimmt bald schwanger werden würde. Es verging eine Woche, ich hatte wieder einen Termin und bekam die Ergebnisse der Blutabnahme mitgeteilt, das Ergebnis war niederschmetternd. Die Ärztin sagte mir, dass mein AMH Wert bei 0,58 liegt und das es schwierig sei damit schwanger zu werden. Sie meinte noch, dass ich den Zettel nicht ganz lesen soll. Natürlich las ich den Zettel mit den Ergebnissen ganz genau, darin stand nicht nur, dass ich einen verdammt niedrigen AMH Wert habe, sondern das in den nächsten vier bis fünf Jahren die Menopause eintritt. Für mich brach eine Welt zusammen, ich war voller Hoffnung und wusste nun, dass der Weg nicht einfach werden würde.

Was ist der AMH Wert? Der AMH Wert oder besser gesagt, das Anti Müller Hormon sagt aus, wie viele Eizellen vorhanden sind. Meine Reserve scheint dem Wert nach gut aufgebraucht zu sein. Der normale Wert liegt zwischen 1 und 5 ng/ml. Google ist eh mein Freund, nach der Diagnose, auch noch kurz vor Weihnachten, konnte ich nicht aufhören zu googeln, ich dachte nur, was stimmt nicht mit mir? Ich bin doch noch gar nicht so alt? Wir fingen mit der Kinderplanung an, als ich 37 Jahre alt war, ich kenne genug Frauen, die in diesem Alter noch relativ schnell schwanger geworden sind. Ich bin das beste Beispiel dafür, das meine biologische Uhr schon seit Jahren tickt und es nun anscheinend zu spät ist, traurig aber wahr.

Wie ging es weiter?

Wir fingen eine Hormonbehandlung an, ich wollte nicht sofort mit Keule schießen und eine IVF starten, ich setzte mir aber einen Zeitrahmen, wenn es bis März 2020 nicht klappt, dann würde ich über eine IVF nachdenken. Die Ärztin verschrieb mir Progesteron für die zweite Zyklushälfte, um diese nach dem Eisprung zu stabilisieren. Aber es half nicht. Dann fing ich an Brevactid zu spritzen um den Eisprung auszulösen und nahm weiterhin Progesteron. Die Monate vergingen und es passierte nichts. Durch Corona entschieden wir uns auch erst Ende April für eine IVF, da die Hormonbehandlung einfach nichts brachte. Ich hätte wirklich nie in meinem Leben gedacht, dass ich einmal eine künstliche Befruchtung in Erwägung ziehe. Mit meinem ersten Kind war ich so schnell schwanger.

 

Teil 3 folgt…